Bautzen, die historische Hauptstadt der Oberlausitz, ist nicht die bekannteste der schönste Städte Deutschlands, aber sicherlich ein Geheimtipp. Die Stadt der Türme thront auf einem Granitfelsen über der Spree und bietet eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtsilhouetten Deutschlands.

Das Panorama & Die Alte Wasserkunst
Beginnen wir nicht direkt in der Altstadt, sondern mit dem Blick auf sie. Das Wahrzeichen von Bautzen und das vielleicht meistfotografierte Motiv Sachsens ist das historische Gebäude-Ensemble an der Spree, das man perfekt von der Friedensbrücke aus sieht. Von dort aus blickst du hinweg über die Spree auf das wunderschöne Altstadtpanorama. Unten am Fluss steht die Alte Wasserkunst, ein massiver Wehrturm aus Bruchstein, der früher Wasser in die Oberstadt pumpte. Heute kannst du auf die 47 Meter hohe Aussichtsplattform und einen schönen Ausblick über Bautzen und die Region genießen. Die alte Wasserkunst prägt mit der dahinter liegenden Michaeliskirche das Stadtpanorama und verleiht Bautzen ein märchenhaftes Bild.


Altstadt & Reichenturm
Die Altstadt von Bautzen hat nicht umsonst den Spitznamen Stadt der Türme. Über 16 historische Türme prägen das Stadtbild. Wenn du durch die Gassen der Altstadt schlenderst, wirst du früher oder später auf dem Hauptmarkt landen, umgeben vom gelben Rathaus mit dem Glockenturm und barocken Bürgerhäusern, wie der Stadtapotheke und der Touristeninformation. Türme hat Bautzen bekanntlich viele, einer der besondersten unter ihnen ist der Reichenturm und das aufgrund seiner Schieflage. Nicht ganz so schräg wie der Turm in Pisa, aber dennoch deutlich erkennbar wird er auch als der schiefe Turm von Bautzen bezeichnet. Mit zu den schönsten Ecken der Altstadt zählt das Viertel rund um die Ortenburg. Die Schloßstraße, die Messergasse, Hintere Brüdergasse und natürlich die beiden Predigergassen. Auf dich warten dort bunte Häuserfassaden und imposante Bürgerhäuser.
Am Ende der Schloßstraße befindet sich der spätgotische Matthiasturm, mit seinem markanten roten Mauerkranz.

Dom St. Petri
Mitten in der Altstadt steht der mächtige Dom St. Petri. Er ist nicht nur architektonisch beeindruckend durch seine Mischung aus Gotik und Barock, sondern eine echte Besonderheit in der Religionsgeschichte. Der Dom ist die älteste und größte Simultankirche Deutschlands. Das bedeutet: Seit der Reformation im 16. Jahrhundert teilen sich Katholiken und Protestanten dieses Gotteshaus. Ein filigranerlettner (ein Ziergitter) im Inneren trennt das katholische Chorgestühl vom evangelischen Kirchenschiff.
Gassen, Mauern & Wehrgänge
Der Zauber Bautzens liegt in seinen sehr gut erhaltenen Befestigungsanlagen. Die Stadtmauer ist zu großen Teilen erhalten und begehbar. Ein Spaziergang entlang der Mühlbastei oder durch die Hotherstraße unten am Flussufer ist pure Romantik. Hier findest du kleine Handwerkerhäuser, versteckte Gärten und immer wieder überraschende Durchblicke zwischen den alten Wehrtürmen hindurch auf das Spreetal.


Ortenburg & Sorbisches Zentrum
Bautzen ist auch die kulturelle Hauptstadt der Sorben, einer slawischen Minderheit, die hier seit Jahrhunderten lebt. Das wirst du sofort an den zweisprachigen Straßenschildern in deutsch und sorbisch bemerken. Hoch über der Stadt thront die Ortenburg, eine Burganlage, welche um das Jahr 928 zuerst erbaut wurde. Im Burghof spürt man die Jahrhunderte alter Geschichte. Im sogenannten Salzhaus auf dem Burgareal befindet sich heute das Sorbische Museum.
Bautzner Senf
Bautzen und Senf, das gehört zusammen. Was in den 1950er Jahren als regionale Produktion begann, hat heute in einigen Teilen von Deutschland Kultstatus erreicht. Der mittelscharfe Klassiker im Becher mit dem blau-gelben Deckel gehört in fast jeden sächsischen Kühlschrank, doch in der Altstadt von Bautzen wird das Thema Senf regelrecht zelebriert.
An einigen Ecken der Altstadt wird dir der Bautzner Senf begegnen. Es gibt zwei Bautzner Senfläden und auch ein Senfmuseum direkt beim Senfladen am Fleischmarkt. Auch Senfrestaurants werden dir in Bautzen begegnen.



